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– mit Immovielien Vorständin Larisa Tsvetkova

Heute gibt es so viel Wohnraum in Deutschland wie noch nie, und es wird trotzdem weiter gebaut. Gleichzeitig werden die Forderungen nach mehr Bauen immer lauter. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass die Schaffung von Neubau die heutige Wohnungskrise nicht löst. Vielmehr werden dadurch Flächenversiegelung und Zersiedelung, Verbrauch von Ressourcen und Energie, Müllproduktion und CO2-Ausschtoß verursacht. Im Kontext der Klimakrise und der Ressourcenknappheit ist ein Umdenken dringend nötig: vom unendlichen Wachstum zum behutsamen Bestandsmanagement, von standardisierter Masse zu maßgeschneiderten Lösungen, von wenigen Großinvestitionen zu vielen gemeinwohlorientierten Projekten.

Als Gegenentwurf zu spekulativen Stadtentwicklung und Massenwohnungsbau haben sich in vergangenen Jahrzehnten vielfältige Initiativen gebildet. Selbstorganisierte Gruppen entwickeln gemeinschaftliche Wohnprojekte in alten und neuen Quartieren, in Baulücken und im Bestand. Dabei reagieren diese Initiativen auf die Herausforderungen vor Ort. Wo die Spekulation den Zugang zu Immobilien erschwert, werden Häuser dem Markt entzogen und bezahlbar gehalten. Wo der Leerstand die bauliche und soziale Struktur gefährdet, werden Räume umgenutzt und wiederbelebt. Immer mehr Kommunen erkennen diese Potentiale und entwickeln unterstützende Instrumente. Anhand von Beispielprojekten zeigt uns die Wissenschaftlerin Larisa Tsvetkova auf, wie eine andere, zukunftsfähige Stadtentwicklung möglich ist.

Diese Veranstaltung findet Online über Zoom statt. Den Zoomlink finden Sie weiter unten unter Anmeldeinformation.

Larisa Tsvetkova setzt sich mit Themen der selbstorganisierten, gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung wissenschaftlich und aktivistisch auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Verein id22: Institut für kreative Nachhaltigkeit hat sie das 2017 im JOVIS Verlag erschienene Buch „CoHousing Inclusive – Selbstorganisiertes, gemeinschaftliches Wohnen für alle” mitherausgegeben. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik (ISE) der Technischen Universität Braunschweig begleitete sie ein Seminar und die 2020 veröffentlichte Publikation „Grenzen des Bauens – Folgen der Massenproduktion von Stadt und die Alternativen“. Am ISE betreut sie studentische Arbeiten und koordiniert das kooperative Quartiersprojekt „CoLiving Campus“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig. Als Promovierende am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (gtas) der TU Braunschweig arbeitet sie an einer Dissertation über Kooperationen zwischen Kommunen und selbstorganisierten Wohnprojekten.

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Details

Datum
04. Oktober
Zeit
18:00 - 20:00 Uhr

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